High Water ist die neueste Serie von Netflix, die auf wahren Begebenheiten basiert. Direkt im Anschluss an „Dahmer – Monster: The Jeffrey Dahmer Story“ und „Inventing Anna“ handelt es sich um eine weitere ausführliche Dramatisierung von etwas sehr Realem und Schmerzhaftem.
Außerhalb Polens wenig bekannt, entwickelte sich die „Millenniumsflut“ von 1997 zu einer der tödlichsten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes. Hochwasser erzählte die Geschichte des Vorhers, Währends und Nachhers – ähnlich wie bei Tschernobyl oder Fünf Tage im Memorial .
Im Mittelpunkt der Serie steht Jaśmina Tremer (Agnieszka Zulewska), eine Hydrologin, die die Aussicht auf eine tödliche Überschwemmung im Süden Polens untersucht. Sie ist in Breslau, einer Stadt an der Oder, um den alarmierenden Anstieg des Wasserspiegels zu untersuchen, der auf eine mögliche Überschwemmung hindeutet.
Gleichzeitig bereitet sich das Land auf den mit Spannung erwarteten Papstbesuch vor, der dazu führte, dass die Behörden kritische Warnungen ignorierten, dass eine potenziell tödliche Überschwemmung das Land verwüsten würde. Es gibt auch eine starke feministische Tendenz, die darauf hindeutet, dass Tremer möglicherweise erst dann ernst genommen wurde, als es zu spät war, weil sie eine Frau ist.
„High Water“ zeigt, wie bestimmte Experten ignoriert wurden, weil die Wahrscheinlichkeit gering war, dass die Überschwemmung so schlimm werden würde, wie sie sich herausstellte. Regierungsexperten gingen davon aus, dass starke Regenfälle vernachlässigbare Auswirkungen auf die Gesellschaft haben würden. Die Show dramatisiert auch Versuche, die Auswirkungen der Flut zu mildern, wie etwa die Sprengung von Überschwemmungsufern mit Sprengstoff, um das Wasser umzuleiten, und wirft gleichzeitig moralische Fragen über die Opferung bestimmter Ländereien und Häuser für das Wohl der Allgemeinheit auf.
Während es bei „High Water“ im Wesentlichen um die verheerende Überschwemmung geht, konzentriert es sich in der gesamten Laufzeit auch auf die Charaktere und ihre Beziehungen in Krisenzeiten.
Was ist die wahre Geschichte hinter High Water?
Während alle Charaktere in High Water fiktiv sind und keine reale Grundlage haben, sind die Ereignisse der Flut nur allzu real.
Eine ausgedehnte Regenperiode im Sommer 1997 führte zu einem Anstieg des Flusspegels in ganz Mitteleuropa, am deutlichsten in Polen, Deutschland und der Tschechischen Republik. Dank des Tiefdruckwetters, das von Italien nach Polen zog und dort ungewöhnlich lange anhielt, fielen in nur wenigen Tagen mehrere Monate Regen.
Während die Flut durch Polen wütete, wurden mehrere Städte vom steigenden Wasserstand getroffen, darunter Orte wie Prudnik, Głuchołazy und Krapkowice. Darüber hinaus wurden mehrere historische Gebäude in Kłodzko durch die Überschwemmung schwer beschädigt.
Durch die Regenfälle stieg der Wasserstand im Land um zwei bis drei Meter über den üblichen Durchschnitt hinaus und übertraf damit alle bisherigen Rekorde. Der Wasserstand stieg so hoch, dass er alle Messgeräte überragte.
Hochwasser.
Obwohl der Hauptfluss, der überschwemmt wurde, die Oder war, erhielt die Katastrophe den Namen „Millenniumsflut“, da sie mathematisch als ein einmal im Jahrtausend auftretendes Ereignis angesehen wurde.
Um 40 Prozent von Breslau wurden unter Wasser versenkt Auf dem Höhepunkt des Hochwassers fielen gebietsweise 500 Liter Regen auf jeden Quadratmeter.
Insgesamt kamen 114 Menschen durch die Überschwemmungen ums Leben, davon 56 in Polen und weitere 50 in der Tschechischen Republik. In Deutschland gab es keine Todesopfer durch die Flut.
Die Überschwemmung war auch mit hohen wirtschaftlichen Kosten verbunden: Der Schaden wird auf etwa 4,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. In ganz Polen verloren rund 7.000 Menschen ihr gesamtes Hab und Gut und knapp 700.000 Häuser wurden schwer beschädigt oder zerstört. Weitere 9.000 Unternehmen waren von den Überschwemmungen betroffen.
Außerdem wurden im ganzen Land 100 Schulen zerstört und über 2 Prozent des Landes in Polen durch die Überschwemmung beschädigt. Das Endergebnis war eine der größten Katastrophen, die das Land seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs heimgesucht hat. Infolgedessen wurde der 18. Juli vom Präsidenten Aleksander Kwaśniewski zum nationalen Trauertag erklärt.
Die Schöpferin der Serie, Anna Kepinska, sagte, dass es in der Show mehr um universelle Themen als um eine genaue Dramatisierung von Ereignissen gehe: „[Es geht] um eine außergewöhnliche gemeinsame Bewegung, Hilfsbereitschaft, Solidarität und die Notwendigkeit zu handeln.“ Es war etwas Besonderes.
„Über Nacht wurde der gewöhnliche Alltag durch den Kampf mit dem Element ersetzt, und aus der Menge traten vertrauenswürdige Führer hervor.“ „Die Flut ist für uns nur der Hintergrund dieser Geschichte und der Auslöser der Ereignisse.“
„High Water“ kann jetzt auf Netflix gestreamt werden. Lesen Sie unsere Leitfäden zum beste Serie auf Netflix und die beste Filme auf Netflix .
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