Ähm, was hatte das alles für einen Sinn? ist die Frage, die mir am Ende des einmaligen häuslichen Missbrauchsdramas „Unspeakable“ von Channel 4 in den Sinn kommt.
Indira Varma spielt Jo, eine Mutter, die einen anonymen Hinweis erhält, dass ihre 11-jährige Tochter von ihrem neuen Freund Danny missbraucht wird. Dein Freund und Katie. Es ist etwas los. Es ist nicht richtig, heißt es im Text.
Bevor eines Freitagmorgens die unwillkommene Nachricht eintrifft, sind Jo und Danny (Luke Treadaway) völlig sorglos verliebt. Doch nachdem Jo der Verdacht in den Sinn kommt, bekommt alles an Danny eine neue Bedeutung.
Jo macht sich Sorgen um Katie, weil sie sich ruhig verhält, also versucht Danny zu helfen und sagt: „Wenn du dir Sorgen um Katie machst, könnte ich mit ihr reden und etwas Zeit mit ihr verbringen.“ Sie könnte sich öffnen, während Sie weg sind. Während dieses Angebot an jedem anderen Tag normal und sogar hilfreich erscheinen würde, kommen sowohl Jo als auch der Zuschauer nicht umhin, es für unheimlich zu halten.
Jos Qual geht das ganze Wochenende über weiter, während sie die Konfrontation mit Danny aufschiebt: Sie vertraut sich einem Freund und einem NSPCC-Berater an, sie versucht, die Nummer des anonymen SMS-Schreibers herauszufinden, sie versucht, Kontakt zu Katie aufzunehmen ... bis endlich die Wahrheit ans Licht kommt.
Am Ende finden wir heraus, dass es Jos verbitterter Ex-Mann Des (Neil Maskell) war, der die SMS geschickt hat – und dass die Anschuldigung völlig unbegründet war. Er hat es einfach erfunden. Warum? Weil er eifersüchtig war, dass sie weitergezogen war und er es nicht getan hatte.
Es war eine bizarre Schlussfolgerung, bei der man sich fragte, was der Sinn des Ganzen war. Warum ein so hässliches und heikles Thema wie Kindesmissbrauch ansprechen – ein Thema, das das Drama gut behandelt hat –, um am Ende davon ganz Abstand zu nehmen? Das heißt nicht, dass dies etwas ist, was wir tun wollen mehr davon im Fernsehen zu sehen, aber sich einem so heiklen Thema zu widmen und dann einen Rückzieher zu machen, fühlte sich wie eine seltsame Entscheidung an.
Das Drama ist nicht ohne Vorzüge. „Unspeakable“ ist wunderschön gedreht und Varma ist in ihrer Rolle als Mutter, deren Geist durch eine Lüge vergiftet ist, absolut glaubwürdig. Es lockt den Betrachter – nachdem wir den Text gesehen haben, ist es fast unmöglich, nicht Jos Paranoia zu erben und alles, was Danny sagt oder tut, als verdächtig anzusehen.
In 60 Minuten erhalten wir eine fesselnde Darstellung davon, wie eine einzige Textnachricht Ihr Leben auf den Kopf stellen und als Katalysator für die Zerstörung wirken kann – aber ob das dunkle und komplexe Thema des häuslichen Kindesmissbrauchs das richtige Mittel war, um diesen Standpunkt klarzustellen, bin ich nicht überzeugt.